Marke
Firmenname: fünf Prüfungen vor der Entscheidung
Ein Name, der nach dem Start an einer Markenrecherche scheitert, ist die teuerste Korrekturschleife überhaupt.
Die Namensfindung gilt als kreativer Teil, die Prüfungen als Verwaltungskram. Tatsächlich ist es umgekehrt: Die Prüfungen entscheiden, ob die kreative Arbeit etwas wert war — und sie dauern einen Nachmittag.
1. Markenregister
Recherchieren Sie dort, wo Sie tätig sein werden. Für Deutschland das DPMA, für die EU das EUIPO, für Kanada die Datenbank des CIPO. Suchen Sie den genauen Namen, naheliegende Schreibvarianten und dieselbe Bezeichnung in den Nizza-Klassen, in denen Sie arbeiten werden. Eine eingetragene Marke in Ihrer Klasse in Ihrem Markt ist ein Stoppschild, keine Verhandlungsgrundlage.
2. Handelsregister und Firmierungsrecht
Bei einer Gründung in Deutschland muss sich die Firma von bestehenden Eintragungen beim selben Registergericht deutlich unterscheiden und den korrekten Rechtsformzusatz tragen. Die IHK führt eine Vorabprüfung meist kostenlos durch — sinnvollerweise vor dem Notartermin und nicht während.
3. Domains, auch die ungeliebten
Prüfen Sie .de und .com sowie die naheliegenden Vertipper. Steht die .com für 30.000 Euro geparkt, entscheiden Sie das jetzt und nicht später. Viele gute Unternehmen laufen zufrieden auf einer .de-Domain; kaum eines läuft zufrieden auf einer Domain mit Bindestrich in der Mitte.
4. Handles und bestehende Verwendung
Dieselbe Zeichenfolge auf LinkedIn und Instagram prüfen. Danach das reine Wort in Ihren Zielsprachen googeln. Ein Name, der auf Deutsch tadellos ist und auf Englisch unglücklich, fällt nur auf, wenn man vorher jemanden fragt — und vorher ist deutlich billiger als nach der Schilderbestellung.
5. Am Telefon buchstabieren
Sagen Sie den Namen jemandem, der ihn noch nie gesehen hat. Muss er zweimal buchstabiert werden, wird das jeder künftige Kunde ebenfalls tun müssen. Dieser Test scheidet mehr clevere Namen aus als jeder andere — meist zum Glück.
Was einen Namen tatsächlich trägt
Nicht Cleverness. Unterscheidungskraft, Aussprechbarkeit und Wachstumsspielraum. Ein beschreibender Name ist sofort verständlich und kaum schützbar; ein Kunstwort ist schützbar und braucht Marketing. Die meisten guten Entscheidungen liegen dazwischen: ein echtes Wort an einer unerwarteten Stelle.
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