Marke
Was kostet ein Logo? Eine ehrliche Preisübersicht
Von 90 Euro aus dem Baukasten bis 6.000 Euro für ein Erscheinungsbild — was Sie auf jeder Stufe wirklich bekommen.
„Was kostet ein Logo?" lässt sich beantworten, sobald klar ist, was mit Logo gemeint ist. Bezahlt wird nämlich nicht die Zeichnung, sondern wie viel Denkarbeit davor stattgefunden hat — und was Sie hinterher damit anfangen können.
Unter 150 Euro
Baukasten oder KI-Generator. Sie erhalten eine Datei: eine fertige Schrift mit einem Symbol daneben. Keine Recherche, keine Alternativen, keine belastbare Rechtssicherheit — und oft eine Bildmarke, die hundert andere Unternehmen ebenfalls gekauft haben. Für ein Nebenprojekt in Ordnung. Als Gesicht eines Unternehmens, das später Werbebudget einsetzt, ein echtes Risiko.
400 bis 1.200 Euro
Freie Gestalterin oder Gestalter mit kurzem Prozess. Briefing, zwei bis drei Entwürfe, eine Korrekturschleife, ein kleines Dateipaket. Das Ergebnis ist durchdacht und gehört Ihnen. Was fehlt, ist meist ein System: keine Farbrollen, keine Typo-Skala, keine Vorgabe für dunkle Hintergründe, für ein 16-Pixel-Favicon oder für die Stickerei auf der Jacke.
1.200 bis 3.000 Euro
Die Spanne, in der die meisten kleinen Unternehmen richtig aufgehoben sind. Recherche zum Markt, schriftlich festgehaltene Positionierung, Hauptmarke plus die Varianten, die ein echter Betrieb braucht — quer, gestapelt, nur Bildmarke, einfarbig, invertiert — dazu Farbe, Typografie und ein knapper Leitfaden. Was darunter liegt, wird erfahrungsgemäß innerhalb von zwei Jahren still und leise neu gemacht.
3.000 bis 8.000 Euro
Ein Erscheinungsbild statt eines Logos: mehrere Anwendungen gestaltet, ein Handbuch, dem auch Dritte ohne Rückfragen folgen können, oft Bildsprache und Vorlagen. Lohnt sich, sobald mehrere Personen außer Ihnen Material produzieren — Vertriebsunterlagen, Social Media, Verpackung, Beschilderung.
Wohin das Geld tatsächlich fließt
- Recherche und Positionierung. Ein Viertel bis ein Drittel des Honorars — und der Teil, der entscheidet, ob die Marke richtig ist und nicht nur hübsch.
- Entwurf. Das meiste, was gezeichnet wird, sehen Sie nie. Das ist die Arbeit.
- Reinzeichnung. Optische Korrekturen, Abstände, Test in Kleinstgrößen, Dateiformate, Farbwerte für Druck und Bildschirm.
- Dokumentation. Der Teil, der verhindert, dass die Marke ein halbes Jahr später falsch eingesetzt wird.
Zwei Dinge vor der Beauftragung
Erstens die Rechte: Sie brauchen die vollständige Übertragung der Nutzungsrechte, schriftlich. Das Urheberpersönlichkeitsrecht bleibt in Deutschland immer bei der Urheberin oder dem Urheber — was Sie kaufen, ist ein ausschließliches, zeitlich und räumlich unbeschränktes Nutzungsrecht.
Zweitens eine Recherche: eine kurze Prüfung bei DPMA und EUIPO kostet nichts und hat schon manchen Marktstart gerettet.
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