Branchen
Website für Fotografen: Warum das Portfolio allein keine Aufträge bringt
Gute Bilder reichen nicht. Wer gebucht werden will, muss auffindbar sein, schnell laden und einen Preis nennen.
Fotografenseiten scheitern selten an den Bildern. Sie scheitern daran, dass sie nur Bilder sind: kein Preis, kein Ort, keine Aussage darüber, was gebucht werden kann — und häufig eine Ladezeit, die auf dem Handy niemand abwartet.
Ladezeit ist bei Ihnen ein Geschäftsrisiko
Kein anderes Gewerbe lädt so viele Megabyte aus. Eine Galerie mit vierzig unkomprimierten Bildern à vier Megabyte ist auf einer mobilen Verbindung praktisch unbenutzbar.
Was hilft: moderne Formate wie WebP oder AVIF, korrekte Bildgrößen je Bildschirm, verzögertes Nachladen unterhalb der ersten Kante, und Galerien mit zwölf starken Bildern statt sechzig guten. Die Auswahl ist ohnehin die bessere Arbeit.
Was Auftraggeber tatsächlich suchen
- «Hochzeitsfotograf [Stadt]» — hoher Wettbewerb, hoher Wert.
- «Businessportrait [Stadt]» — wächst stark, deutlich weniger umkämpft.
- «Fotograf für Produktfotos [Branche]» — B2B, wiederkehrende Aufträge.
- «Was kostet ein Hochzeitsfotograf» — Preisrecherche vor der Anfrage.
Wer alles fotografiert, sollte trotzdem je Genre eine eigene Seite haben. Ein Brautpaar will keine Industriereportagen sehen, und ein Personalleiter keine Hochzeiten.
Preise nennen, auch ungern
Die häufigste Sorge lautet, ein genannter Preis schrecke ab. In der Praxis schreckt er die Falschen ab und zieht die Richtigen an. Wer keinen Preis findet, geht davon aus, dass es teuer wird — oder fragt an, nur um dann abzuspringen.
Ein Ab-Preis je Paket genügt: «Businessportraits ab 390 Euro, inklusive fünf bearbeiteter Bilder». Das beantwortet die Frage und lässt Raum für das Gespräch.
Was sonst auf die Seite gehört
- Ihr Einzugsgebiet und ob Sie reisen.
- Was im Paket enthalten ist — Anzahl Bilder, Bearbeitung, Nutzungsrechte, Lieferzeit.
- Nutzungsrechte, verständlich erklärt. Der häufigste Streitpunkt nach dem Shooting.
- Ein Ablauf. Anfrage, Termin, Shooting, Auswahl, Lieferung — mit Zeiten.
- Ein Bild von Ihnen. Menschen buchen die Person, mit der sie einen Tag verbringen.
Recht: Ihr eigenes Handwerk betrifft Sie doppelt
Für Personenaufnahmen brauchen Sie eine Einwilligung, wenn Sie die Bilder zeigen wollen — das gilt auch für Ihr eigenes Portfolio. Klären Sie das schriftlich im Vertrag, nicht mündlich am Set.
Dazu die üblichen Pflichten: Impressum nach § 5 DDG, Datenschutzerklärung nach Art. 13 DSGVO, und ein Cookie-Banner, das Skripte erst nach Einwilligung lädt. Eingebettete Galerien und Schriften von fremden Servern sind hier der klassische Stolperstein.
Was das kostet
Eine Fotografenseite ist technisch anspruchsvoller als sie aussieht, weil Bildoptimierung den Unterschied macht. Agenturstundensätze in Deutschland liegen meist bei 80 bis 100 Euro; bei uns beginnt Web Design bei 750 Euro.
Ein Baukasten kann funktionieren, wenn er moderne Bildformate ausliefert. Prüfen Sie das vor der Entscheidung — nicht danach.
In Kürze
Weniger Bilder, kleiner ausgeliefert. Je Genre eine Seite. Einen Preis nennen. Der Rest ist Ihr Handwerk, und das können Sie schon.
Arbeiten Sie an etwas Ähnlichem?
Sagen Sie uns, was Sie vorhaben — wir beantworten jede Anfrage.