Web Design
Das Kontaktformular, das tatsächlich ausgefüllt wird
Jedes zusätzliche Pflichtfeld kostet Anfragen. Und jedes fehlende kostet Zeit. Wo die Grenze liegt.
Das Kontaktformular ist die Stelle, an der eine Website Geld verdient oder es verliert — und die Stelle, die am seltensten geprüft wird.
Wie viele Felder
Für einen Erstkontakt reichen drei: Name, Erreichbarkeit, Anliegen. Alles Weitere können Sie im Gespräch klären, und jedes zusätzliche Pflichtfeld kostet messbar Abschlüsse.
Es gibt eine Ausnahme: Wenn Sie mehr Anfragen bekommen, als Sie bearbeiten können, ist ein längeres Formular ein Filter. Dann fragen Sie nach Ort, Zeitraum und Budgetrahmen — und verlieren bewusst die, die nicht passen.
Was fast immer falsch gemacht wird
- Pflichtfeld Telefonnummer. Ein Teil Ihrer Besucher will nicht angerufen werden und bricht ab.
- Zwei Felder für Vor- und Nachname. Ein Feld genügt.
- Ein Betreff-Feld. Niemand weiß, was er da hineinschreiben soll.
- Kein Bestätigungstext nach dem Absenden. Der Absender weiß nicht, ob es geklappt hat, und schickt es zweimal — oder ruft an.
- Keine Angabe, wann Sie antworten. «Wir melden uns innerhalb eines Werktages» senkt die Hemmschwelle spürbar.
Der Test, den fast niemand macht
Füllen Sie Ihr eigenes Formular aus und senden Sie es ab. Prüfen Sie dann, ob die E-Mail ankommt — nicht, ob die Erfolgsmeldung erscheint. Wir finden regelmäßig Formulare, die seit Monaten in einen Spamordner oder ins Leere laufen, ohne dass es jemandem aufgefallen wäre.
Machen Sie diesen Test nach jedem größeren Update. Es ist der billigste Fehler, den man haben kann, und der teuerste, den man übersieht.
Spam abwehren, ohne Menschen auszusperren
Automatisierte Anfragen sind lästig, aber die Gegenmaßnahme darf keine echten Anfragen kosten. Bilderrätsel, die man dreimal lösen muss, verlieren mehr Kunden als sie Spam abhalten.
Was funktioniert, ohne den Besucher zu belasten: ein verstecktes Feld, das nur Automaten ausfüllen; eine Mindestzeit zwischen Aufruf und Absenden; und eine Begrenzung der Anfragen je Adresse und Stunde.
Rechtlich: was am Formular hängt
- TLS-Verschlüsselung. Ohne https ist ein Formular nicht zulässig.
- Hinweis auf die Datenschutzerklärung, verlinkt, direkt am Formular.
- Datensparsamkeit nach Art. 5 DSGVO. Erheben Sie nur, was Sie für die Antwort brauchen — das ist nicht nur Recht, sondern auch die bessere Conversion.
- Keine vorangekreuzte Newsletter-Zustimmung. Einwilligung muss aktiv erfolgen und getrennt von der Anfrage.
- Löschkonzept. Anfragen, aus denen nichts wird, dürfen nicht ewig im Postfach liegen.
Alternativen anbieten
Nicht jeder mag Formulare. Eine klickbare Telefonnummer, eine E-Mail-Adresse im Klartext und — je nach Zielgruppe — WhatsApp daneben kosten nichts und fangen die Leute auf, die sonst gegangen wären.
In Kürze
Drei Felder, ein Bestätigungstext, eine Antwortzeit, ein Spamschutz ohne Rätsel — und einmal im Monat selbst absenden, um zu prüfen, ob es noch ankommt.
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