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Website für Arztpraxen: Was Patienten suchen und was rechtlich gilt
Das Telefon klingelt den ganzen Vormittag, und die Hälfte der Anrufe wären eine Website-Seite gewesen. Was eine Praxisseite leisten muss.
In den meisten Praxen ist die Website kein Marketinginstrument, sondern eine Entlastung. Der Vormittag geht für Anrufe drauf, die eine gut gebaute Seite beantwortet hätte: Sprechzeiten, Urlaub, Überweisung nötig, welche Kassen, wo parken.
Wer diese Fragen online beantwortet, gewinnt Zeit am Empfang zurück — und wird nebenbei von den Patienten gefunden, die neu in der Stadt sind.
Was Patienten tatsächlich suchen
- «[Fachrichtung] [Stadt]» — meistens mobil, meistens unterwegs.
- «[Fachrichtung] [Stadt] Termin online» — wächst schnell.
- «Hausarzt nimmt neue Patienten auf [Stadt]» — die Frage, die am seltensten beantwortet wird.
- «[Praxisname] Öffnungszeiten» — jemand, der Sie schon kennt und nur eine Information braucht.
Die dritte Frage ist ein Geschenk. Kaum eine Praxisseite sagt klar, ob sie neue Patienten aufnimmt. Wer es sagt — auch wenn die Antwort nein lautet — spart sich und den Suchenden einen Anruf.
Was auf die Seite gehört
- Sprechzeiten, aktuell. Inklusive Urlaub und Vertretung. Veraltete Zeiten sind schlimmer als keine.
- Anfahrt, Parken, Barrierefreiheit. Aufzug ja oder nein ist für einen Teil Ihrer Patienten die wichtigste Information der ganzen Seite.
- Leistungsspektrum in verständlicher Sprache. Neben der Fachbezeichnung ein Satz, den ein Laie versteht.
- Kassen und Privatleistungen, klar getrennt.
- Online-Terminbuchung, wenn organisatorisch machbar. Sie verlagert Anrufe in die Zeit, in der niemand am Empfang steht.
- Notfallhinweis. Was tun außerhalb der Sprechzeiten — mit den echten regionalen Nummern.
Heilmittelwerbegesetz: die Grenzen
Sachliche Information über Leistungen ist zulässig. Nicht zulässig sind unter anderem Vorher-Nachher-Bilder bei operativen plastisch-chirurgischen Eingriffen, Erfolgsversprechen, Werbung mit Dankesschreiben in bestimmten Konstellationen und Angst erzeugende Darstellungen.
Praktisch: Beschreiben Sie, was Sie tun und wie es abläuft. Versprechen Sie kein Ergebnis. Im Zweifel gilt die sachliche Formulierung — sie ist juristisch sicherer und wirkt seriöser.
Gesundheitsdaten sind besondere Daten
Ein Kontaktformular, in das Patienten Beschwerden schreiben, verarbeitet Gesundheitsdaten nach Art. 9 DSGVO. Das ist zulässig, verlangt aber Sorgfalt: TLS, Datensparsamkeit, klare Zweckbindung, und keine unverschlüsselte Weiterleitung an ein privates Postfach.
Der sicherste Weg ist oft der einfachste: Das Formular fragt nach Name, Rückrufnummer und Anliegen in einem Satz — nicht nach Symptomen.
Sichtbarkeit vor Ort
88 Prozent der mobilen lokalen Suchen führen binnen 24 Stunden zu einem Anruf oder Besuch. Für eine Praxis ist das Google-Unternehmensprofil deshalb oft wichtiger als die Startseite: richtige Fachkategorie, gepflegte Zeiten, Fotos vom echten Wartezimmer, und Bewertungen, die sachlich beantwortet werden — ohne je einen Behandlungsfall zu bestätigen.
Was das kostet
Eine Praxiswebsite mit Terminbuchung, gepflegten Zeiten und rechtssicherer Basis liegt bei einer Agentur schnell im mittleren vierstelligen Bereich; Stundensätze in Deutschland liegen meist bei 80 bis 100 Euro. Bei uns beginnt Web Design bei 750 Euro.
Rechnen Sie gegen die Zeit am Empfang. Wenn die Seite täglich zehn Anrufe erspart, hat sie sich im ersten Jahr bezahlt.
In Kürze
Beantworten Sie online die Fragen, die sonst am Telefon landen. Sagen Sie, ob Sie neue Patienten aufnehmen. Halten Sie Sprechzeiten aktuell. Alles andere ist Kür.
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