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Website für Steuerberater: Mandanten gewinnen, ohne zu werben
Kanzleien wachsen über Empfehlungen — bis die Empfehlungen nicht reichen. Was eine Steuerberater-Website leisten muss, und was das Berufsrecht zulässt.
Steuerkanzleien wachsen traditionell über Empfehlungen. Das funktioniert gut — bis der Mandantenstamm altert, bis ein Schwerpunkt ausgebaut werden soll, oder bis Nachfolge ein Thema wird. Dann stellt sich heraus, dass die Kanzlei online praktisch nicht existiert.
Eine Kanzleiwebsite ist kein Werbeinstrument im klassischen Sinn. Sie ist der Ort, an dem ein Suchender prüft, ob Sie zu seinem Problem passen.
Was Mandanten in spe tatsächlich suchen
- «Steuerberater [Stadt]» — die naheliegende Suche, hart umkämpft.
- «Steuerberater für Ärzte» oder «für Gastronomie» oder «für Vermieter» — Spezialisierung, deutlich leichter zu gewinnen.
- «Was kostet ein Steuerberater» — Preisrecherche.
- «Steuerberater wechseln» — jemand mit konkreter Absicht und einem Problem beim Vorgänger.
Die zweite und die vierte Gruppe sind die interessanten. Für «Steuerberater Hamburg» konkurrieren Sie mit hunderten Kanzleien. Für «Steuerberater für Influencer Hamburg» mit sehr wenigen.
Spezialisierung ist die ganze Strategie
Eine Kanzlei, die alles macht, ist online nicht auffindbar, weil sie zu keiner Suchanfrage gehört. Eine Kanzlei mit drei benannten Schwerpunkten hat drei Seiten, die ranken können.
Das heißt nicht, andere Mandate abzulehnen. Es heißt, das zu benennen, was Sie ohnehin überdurchschnittlich oft machen — und dafür eine eigene Seite zu schreiben, die die Fragen dieser Branche beantwortet.
Was auf die Seite gehört
- Die Schwerpunkte, je einzeln. Mit den Fragen, die diese Mandantengruppe wirklich stellt.
- Der Ablauf beim Wechsel. Wer den Steuerberater wechseln will, hat Angst vor dem Aufwand. Nehmen Sie sie ihm in fünf Sätzen.
- Wie abgerechnet wird. Die StBVV ist erklärbar. «Nach Gebührenordnung» erklärt nichts.
- Wer im Team wofür zuständig ist. Mandanten wollen wissen, mit wem sie sprechen.
- Digitale Zusammenarbeit, konkret. Welches Portal, welches Format, was Sie vom Mandanten brauchen.
Berufsrecht: erlaubt ist mehr, als viele denken
Sachliche, berufsbezogene Information ist zulässig. Was nicht geht, ist reklamehafte Anpreisung, irreführende Angaben oder Erfolgsversprechen. Praktisch heißt das: Sie dürfen Ihre Schwerpunkte, Ihr Team, Ihre Arbeitsweise und Ihre Abrechnung darstellen. Sie dürfen nicht behaupten, der beste Steuerberater der Stadt zu sein.
Das ist keine Einschränkung, sondern ein Vorteil. Sachliche Information ist ohnehin das, was Mandanten überzeugt — und was Google als hilfreichen Inhalt bewertet.
Vertraulichkeit ist ein Website-Thema
Ein Kontaktformular, das Mandantendaten unverschlüsselt per E-Mail weiterleitet, ist ein Problem. TLS ist Pflicht, Datensparsamkeit ebenfalls: Fragen Sie im Formular nur, was Sie für den Rückruf brauchen — nicht die halbe Steuerakte.
Die Datenschutzerklärung muss beschreiben, was tatsächlich passiert, einschließlich Hosting, Analyse und jedem eingebundenen Dienst.
Was das kostet
Agenturen rechnen in Deutschland meist mit 80 bis 100 Euro pro Stunde. Eine Kanzleiwebsite mit drei Schwerpunktseiten, Teamdarstellung und sauberer rechtlicher Basis liegt im mittleren vierstelligen Bereich, wenn sie ordentlich gemacht ist. Bei uns beginnt Web Design bei 750 Euro; eine Kanzlei mit mehreren Standorten und Mandantenportal liegt darüber.
Gemessen an einem einzigen laufenden Mandat ist das eine kleine Zahl.
In Kürze
Benennen Sie zwei bis drei Schwerpunkte und geben Sie jedem eine eigene Seite. Erklären Sie den Wechsel und die Abrechnung. Zeigen Sie das Team. Das genügt, um für die Suchanfragen zu erscheinen, bei denen Sie tatsächlich gewinnen können.
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