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Website für Anwälte: Mandate über Suchanfragen statt über Empfehlungen
Wer einen Anwalt sucht, sucht nach seinem Problem, nicht nach einem Namen. Wie eine Kanzleiseite dafür gebaut wird.
Menschen suchen keinen Anwalt. Sie suchen eine Lösung für etwas, das ihnen den Schlaf raubt: eine Kündigung, ein Unfall, eine Abmahnung, eine Trennung. Der Anwalt kommt in dieser Suche erst an zweiter Stelle vor.
Das ist der ganze Unterschied zwischen einer Kanzleiseite, die Mandate bringt, und einer, die nur existiert.
Rechtsgebiete sind Suchanfragen
Eine Seite «Rechtsgebiete» mit acht Aufzählungspunkten rankt für nichts. Acht Seiten mit je einem Rechtsgebiet können für acht Suchanfragen ranken.
- «Kündigungsschutzklage Frist» — jemand mit akutem Zeitdruck.
- «Abmahnung erhalten was tun» — jemand in Panik, der sofort handelt.
- «Fachanwalt Arbeitsrecht [Stadt]» — jemand, der schon weiß, was er braucht.
- «Was kostet ein Anwalt Erstberatung» — Preisrecherche vor dem Anruf.
Die ersten beiden sind die wertvollsten und werden von Kanzleien am seltensten bedient — weil sie sich wie Ratgeberinhalt anfühlen und nicht wie Werbung. Genau deshalb funktionieren sie.
Was auf die Seite gehört
- Je eine Seite pro Rechtsgebiet, geschrieben aus Sicht des Problems, nicht aus Sicht der Norm.
- Fristen, deutlich sichtbar. Drei Wochen bei der Kündigungsschutzklage. Wer das oben schreibt, wird angerufen.
- Kosten der Erstberatung. Die gesetzliche Obergrenze für Verbraucher ist erklärbar. Wer sie nennt, senkt die Hemmschwelle.
- Ablauf des ersten Kontakts. Was passiert nach der Anfrage, in welcher Reihenfolge, wie schnell.
- Fachanwaltstitel, korrekt geführt. Mit dem verleihenden Staat, wie berufsrechtlich verlangt.
Berufsrecht: sachlich ja, marktschreierisch nein
Werbung ist Anwältinnen und Anwälten erlaubt, soweit sie über die berufliche Tätigkeit in Form und Inhalt sachlich unterrichtet und nicht auf die Erteilung eines Auftrags im Einzelfall gerichtet ist. Erfolgsquoten, Superlative und Vergleiche mit anderen Kanzleien sind heikel.
Die praktische Konsequenz ist angenehm: Der sachliche, erklärende Text ist gleichzeitig der berufsrechtlich sichere und der bei Google erfolgreichere.
Mandantendaten und das Kontaktformular
Ein Formular, in das jemand seinen Fall schreibt, sammelt hochsensible Daten — und kann ungewollt ein Mandatsverhältnis nahelegen. Zwei Vorkehrungen: Fragen Sie nur nach Name, Erreichbarkeit und Stichwort zum Anliegen. Und weisen Sie sichtbar darauf hin, dass mit dem Absenden noch kein Mandat zustande kommt und keine Fristen gewahrt werden.
Technisch: TLS, Verschlüsselung im Transport, kein Weiterleiten an private Postfächer, und eine Datenschutzerklärung, die den tatsächlichen Weg der Daten beschreibt.
Vertrauen entsteht über Gesichter
Rechtsberatung ist so persönlich, wie ein Dienstleistungsverhältnis nur sein kann. Ein echtes Porträt jedes Anwalts, mit Namen und Zuständigkeit, wirkt stärker als jedes Kanzleifoto mit Aktenregal. Wer im Erstgespräch sitzen wird, sollte vorher zu sehen sein.
Was das kostet
Bei Stundensätzen von meist 80 bis 100 Euro liegt eine Kanzleiseite mit fünf bis acht Rechtsgebietsseiten im mittleren vierstelligen Bereich. Bei uns beginnt Web Design bei 750 Euro; der Umfang wächst mit der Zahl der Rechtsgebiete, weil jede Seite echten Text braucht.
Ein einziges Mandat mittlerer Größe deckt das in der Regel.
In Kürze
Schreiben Sie für das Problem, nicht für das Rechtsgebiet. Nennen Sie Fristen und Erstberatungskosten. Zeigen Sie, wer den Fall bearbeitet. Das ist sachlich, berufsrechtlich sauber und genau das, was gesucht wird.
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