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Website für Vereine: Mitglieder gewinnen mit kleinem Budget
Kein Budget, ehrenamtliche Pflege, wechselnde Vorstände. Wie eine Vereinsseite trotzdem funktioniert — und was rechtlich gilt.
Vereinswebsites haben drei Probleme: kein Budget, keine Zeit und einen Vorstand, der alle paar Jahre wechselt. Die Seite, die dabei herauskommt, ist oft zehn Jahre alt und niemand weiß mehr das Passwort.
Das lässt sich lösen — aber nur mit einer Entscheidung, die vorher fällt: Wer pflegt das, und wie kommt der Nachfolger an die Zugänge.
Erst die Übergabe klären, dann die Seite bauen
Die häufigste Katastrophe im Verein ist nicht eine hässliche Website, sondern eine, an die niemand mehr herankommt: Domain auf einen privaten Namen registriert, Hosting über eine private Kreditkarte, Zugang bei einem Mitglied, das ausgetreten ist.
- Domain und Hosting auf den Verein registrieren, nicht auf eine Person.
- Zugangsdaten an zwei Vorstandsmitglieder, dokumentiert.
- Eine Vereins-E-Mail als Kontakt, keine private Adresse.
Das kostet nichts und rettet die nächste Generation.
Was auf die Seite gehört
- Trainings-, Proben- oder Treffzeiten. Die meistgesuchte Information, fast immer schwer zu finden.
- Wie man Mitglied wird, mit Beitrag und Aufnahmeformular.
- Ansprechpartner je Abteilung, mit Vereinsadresse.
- Ein Kalender, der gepflegt wird. Lieber keiner als ein Kalender, dessen letzter Eintrag von 2023 ist.
- Probetraining oder Schnupperstunde, wenn es das gibt — das ist der eigentliche Einstieg.
Pflichtangaben gelten auch für Vereine
Ein Impressum nach § 5 DDG ist Pflicht, sobald die Seite nicht rein privat ist — bei einem Verein ist sie das praktisch nie. Hinein gehören Name des Vereins, ladungsfähige Anschrift, vertretungsberechtigter Vorstand, Registergericht und Vereinsregisternummer.
Dazu eine Datenschutzerklärung nach Art. 13 DSGVO. Fehlende oder fehlerhafte Angaben sind ein häufiger Abmahngrund, und ein Verein ist davor nicht geschützt.
Fotorechte: das größte Risiko im Verein
Mannschaftsfotos, Wettkampfbilder, Kinder beim Training — für jede erkennbare Person brauchen Sie eine Einwilligung, bei Minderjährigen von den Sorgeberechtigten. Eine einmalige Einwilligung beim Vereinseintritt, schriftlich und widerruflich, ist der praktikable Weg.
Und: Widerruf muss auch tatsächlich umgesetzt werden. Das ist der Punkt, an dem es in der Praxis scheitert.
Was das kostet
Für die meisten Vereine ist ein Baukasten oder ein schlankes WordPress völlig ausreichend — null bis rund 190 Euro im Jahr plus Domain. Wer Unterstützung beim Aufsetzen will, sollte einmalig ein paar Stunden einkaufen und danach selbst pflegen.
Fördermittel und Digitalisierungsprogramme für Vereine gibt es in vielen Bundesländern; ein Blick lohnt sich vor der Beauftragung.
In Kürze
Klären Sie Zugänge und Eigentum, bevor Sie bauen. Zeigen Sie Zeiten und den Weg zur Mitgliedschaft. Und holen Sie Fotoeinwilligungen schriftlich ein.
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