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WooCommerce oder Shopify für einen deutschen Shop?

Drei Dinge entscheiden es: Umsatzsteuer, Kontrolle und was die Plattform bei Ihrem Umsatz tatsächlich kostet.

Beide Systeme verkaufen zuverlässig Waren. Die Entscheidung fällt an drei Stellen — und je nachdem, welche davon für Sie wiegt, kippt die Antwort.

Umsatzsteuer

Hier werden europäische Shops gewonnen und verloren. Sobald Sie digitale Produkte verkaufen oder die EU-Lieferschwelle überschreiten, müssen Sie den Steuersatz des Kundenlandes berechnen und über OSS melden. Shopify deckt vieles davon inzwischen selbst ab. WooCommerce braucht ein Plugin — und Sie müssen prüfen, dass es tatsächlich tut, was Sie annehmen, einschließlich Reverse-Charge bei gültiger USt-IdNr.

Verkaufen Sie ausschließlich physische Ware innerhalb Deutschlands, ist dieser Abschnitt fast bedeutungslos. Verkaufen Sie Downloads in die EU, ist er wichtiger als alles andere hier.

Kontrolle

WooCommerce ist Ihr Code auf Ihrem Server. Sie können den Checkout ändern, eine exotische Warenwirtschaft anbinden und Daten dort speichern, wo Sie möchten. Shopifys Checkout war lange geschlossen; er ist heute erweiterbarer, bleibt aber deren Plattform mit deren Regeln.

Für alles Ungewöhnliche — B2B-Preisstaffeln, komplexe Konfiguratoren, ein ERP, von dem niemand gehört hat — ist WooCommerce die pragmatische Wahl.

Kosten, ehrlich gerechnet

  • Shopify: Abo plus Transaktionsanteil (außer mit Shopify Payments) plus Apps. Planbar, wächst mit dem Umsatz.
  • WooCommerce: keine Lizenz, dafür echtes Hosting, mehrere Premium-Plugins und Wartung. Bei hohem Umsatz günstiger, bei kleinem teurer, sobald man die Stunden mitzählt.

Der Umschlagpunkt liegt meist irgendwo zwischen 150.000 und 250.000 Euro Jahresumsatz — verschiebt sich aber stark mit dem Anteil an Individualarbeit.

Was gern vergessen wird

  • Zahlarten. Deutsche Käufer erwarten Kauf auf Rechnung, SEPA-Lastschrift und PayPal. Ein Checkout, der zuerst nach der Kreditkarte fragt, konvertiert in Deutschland schlecht.
  • Widerrufsrecht. Verbraucher haben 14 Tage Widerrufsrecht, und Ihr Shop muss die Belehrung korrekt und rechtzeitig bereitstellen.
  • Wer wartet das? Shopify patcht sich selbst. WooCommerce nicht.

Kurzfassung

Überschaubares Sortiment, kleines Team, nichts Außergewöhnliches: Shopify. Besondere Anforderungen, bestehende WordPress-Seite oder der Wunsch, alles selbst zu besitzen: WooCommerce. Falsch ist keine der beiden — falsch ist nur, die zu wählen, die nicht zu Ihren Rahmenbedingungen passt.

Arbeiten Sie an etwas Ähnlichem?

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